(Bericht von Hans Jürgen Ruhland)

Die Etappen im Überblick:

Friedrichsdorf - Oberramstadt  Mai 2011 , 2,5 Tage, 45 km

Oberramstadt - Hirschhorn/Neckar , Juni 2011, 3,5 Tage, 87 km

Neckarsteinach - Großvillars-Bretten, September 2011, 2,5 Tage, 69 km

Gäurandweg: Mühlacker – Horb/Neckar, März 2012, 4,0 Tage, 103 km

Der Pfarrer baut uns eine Wasserleitung (Enz, Nagold und Neckar)

Am 1. März geht es mit dem Zug von Friedrichsdorf über Karlsruhe nach Mühlacker mit Ortsteil Dürrmenz im Enztal. Hier setzte ich meine Wanderung, die in Großvillars endete, fort. Unser Weg folgt dem Gäurandweg (Weg von Pforzheim nach Freudenstadt, http://de.wikipedia.org/wiki/Gäurandweg ) und führt an den Orten Wiernsheim,  Ortsteil Pinache (Waldenser), Serres (Waldenser) und Friolzheim nach Nagold und weiter nach Horb am Neckar.

Markierung: Rote Hagebutte mit grüner Raute auf weißem Grund.

Am Bahnhof lässt sich sofort die Gäurand -Markierung aufnehmen. Am Kelterplatz findet sich der erste Hinweis auf unseren Weg.

Zügig erreiche ich die Ruine Löffelstelz, die einen guten Überblich über das Enztal gibt. Die Anlage half früher, die Übergriffe der Franzosen zu verhindern.

Hinter der Enzbrücke im Ortsteil Dürrmenz stoße ich auf ein Denkmal (Brunnen) des Waldenser Pfarrers Henri Arnaud.

Auf dem Friedhof in Pinache dokumentieren die Grabsteine die Waldensersiedlung. Die praktische Arbeit der Waldenser Pfarrer zeigt die Tatsache, dass der Pfarrer Adolf Märkt, den Siedlungen Pinache und Serres mit dem Bau einer Wasserleitung half, den Wassermangel der 1883 herrschte zu überwinden.

In Tiefenbronn kehrt eine Frau werktags ihre Gasse. Ich spreche Sie an und frage, weshalb Sie so fleißig sei und vor Samstag die Gasse kehre: „Na, irgendwann muss das Fassnachtszeug ja mal von der Gasse“.

Den Lucas Moser Altar von 1431 lasse ich mir nicht entgehen.

Danach übernachte und esse ich  prima in der „Ochsen Post“ (€ 60).

Weiter geht es am nächsten Tag nach Calw, der Hermann Hesse Stadt (Zitat Hermann Hesse: Die schönste Stadt von allen aber, die ich kenne, ist Calw an der Nagold, ein kleines, altes, schwäbisches Schwarzwaldstädtchen.).Unterwegs geht es an der Waldenserkolonie Neuhengstett (http://www.heimatgeschichtsverein-neuhengstett.de/) vorbei.

Ebenfalls auf dem Weg die Jakobshütte und –Quelle, die auf dem Jakobsweg liegt, der von Sinsheim nach Einsiedeln führt.

Die 800 Jahre alte Burg Steinegg ist heute ein Ausbildungstätte der Ev. Kirche (http://www.evkirche-pf.de/einrichtungen/burg_steinegg.htm)

Unsere Markierung führt uns in Calw prominent durch den Ort. Schön ist die alte Nikolauskapelle auf der Nagoldbrücke. Am Abend führt der Nachtwächter Gäste durch den Ort.

Ich übernachte im Hotel/Restaurant Rössle (€ 60) am Herman Hesse Platz.

Der Weitermarsch am nächsten Tag über Calw Stammheim nach Nagold beginnt mit einem strammen Anstieg. Die Markierung braucht alle Aufmerksamkeit. Das Mühlrad auf dem Weg entschädigt für die Mühe.

Am Sulzer Eck hat man eine tolle Sicht. Der alte, 26 Meter hohe Wasserturm am Kühlenberg war die einmal die höchste Erhebung im Gau. Von hier aus kann man einen Blick auf die Hornisgrinde im Schwarzwald werfen. Das Feldbergmassiv ist nur noch 97 km entfernt.

Unterwegs treffe ich eine Reiterin, die ihr Pferd am Zaum führt. Das Pferd trägt vorne Hufschuhe, die Schaden von den noch weichen Vorderhufen auf Teergeläuf verhindern sollen.

Kurz vor Nagold wird der Wanderung auf die innerstädtischen Wanderwegänderungen hingewiesen, die der Landesgartenschau in 2012 geschuldet sind. Das Rathaus in Nagold ist ein Jugendstilgebäude, das 1906 erbaut wurde. Ein Taxi bringt mich in die etwas abseitsgelegene Pfrondorfer Mühle, die heute ein sehr gutes Hotel und Restaurant ist  (€ 76).

In Nagold sind die Markierungen, die mich an den Neckar bei Horb bringen sollen, widersprüchlich. Ich marschiere deshalb die B 263 entlang. Unterwegs hat die örtliche Feuerwehr zum Schlachtplattenessen eingeladen. Die Sporthalle ist sehr gut besucht und ich bekomme ein zünftiges Sonntagsessen.

Das Städtchen Horb liegt wunderschön am Hang und hat sich einen schönen Ortskern erhalten. Am Neckar (Walkmühlen)  produzierten die Horber einen groben Wollstoff, mit dem sie gute Geschäfte machen.  Im 14. Jahrhundert war der Ort eine veritable Judensiedlung.

Hier am Fluss (und am Bahnhof) treffe ich wieder auf unsere Markierung. Mit einem einfachen Hinweis werden Neckarweg (Markierung blaues N) und unser Weg verknüpft und so werden Doppelmarkierungen und Kosten vermieden.