(Berichterstatter : Hans Jürgen Ruhland)

Ostweg/Hegau:Villingen – Schwenningen - Schaffhausen/CH 4,0 Tage, 82 km

Am nächsten Morgen geht es zurück zur Ortsmitte und von dort über den Ostweg durchs Brigachtal nach Donaueschingen. Die Gemeinde Brigachtal umfaßt die Gemeinden Klengen, Kirchdorf und Überauchen, deren Geschichte insbesondere im Bauernkrieg entlang des Weges erzählt wird.

In Donaueschingen erfreut mich das blaue Rathaus. An der Donaumündung im Schl0ß und nach dem Zusammenfluss mit Brigach und Breg macht sich die Donau auf Ihren 2840 km langen Weg ins Meer

Viele wichtige Menschen der Zeitgeschichte standen hier an der Quelle dieses wichtigen europäischen Flusses: Kaiser Tiberius 15 v.Chr. und Kaiser Wilhelm II 1900.

Ein Schild zeigt die Entfernung von Donaueschingen nach Santiago de Compostella: 2010 km!

Ich schaue mir dieses schöne Städten ausführlich an und übernachte im Businesshotel Carlton (€89 plus Kurtaxe).

Weiter geht mein Weg über Hufingen ins 22 km entfernte Blumberg, von wo man leicht das berühmte Wutach Tal erreicht.

Am Bahnhof (“Zollhaus”) von Blumberg findet sich ein Hinweis zu Sophie Scholl (“Weiße Rose”), die sich hier zwischen 1941 und 1942 versteckte. Schön auch die Museumsbahn.

In Blumberg treffen sich Querweg, Ostweg und E1. Ich übernachte im kleinen Ort Epfendorf: Landhotel “Löwen” (€ 39).Der Ort verfügt über zwei spektakuläre Eisenbahnbrücken.

Von hier sind es 20 km bis Schaffhausen am Rhein.

Ich marschiere jetzt durch den Hegau, ein Gelände rund um Singen mit vulkanischem Ursprung.

Während unser Weg  östlich Richtung Engen führt, wähle ich den direkten Weg nach Schaffhausen über

Randen, Neuhaus, Bargen und  und Merishausen.

In Randen begegnet uns wieder der Europäische Wanderweg E1, der über den Gotthard führt. Entlang des Buchener Stumpens und dem Kannental geht es nach Ziegelhütte. Dort  überschreite ich die Grenze zur Schweiz und erreiche das Kanton Schaffhausen (SH).

Der Grenzübergang ist eindrucksvoll einfach.

Man wird ermahnt, keine Bargeldbestände in die Schweiz einzuführen. Das scheint hin und wieder vorzukommen.

An der nächsten Migros Tankstelle wundere ich mich bei einem Kaffee über die Schweizer Preise.

Eindrucksvoll sind auch die Straßenmarkierungen, die dem Fußgänger und dem Radfahrer zwei getrennte Spuren zur Verfügung stellen. Hier werden Radler, Wanderer und Automobilist konsequent gleichwertig behandelt.

Bald erreiche ich die schöne Stadt Schaffhausen ( Ursprünglich kommt der Name von Schiff). Historisch war hier der Rhein sehr flach und konnte zu Pferd überquert werden. Die Schiffe wurde hier entladen. Die Ware musste zu Land am Wasserfall vorbei transportiert werden und konnte erst weiter rheinabwärts erneut auf Schiffe verladen werden.

Der Einfluss des nahen Schwarzwaldes beschert der Stadt den geringsten Niederschlag in der Schweiz.

Ich besuche das örtliche Touristenbüro, um mir Tipps für meinen zweitägigen Aufenthalt in der Stadt zu holen.

Frau Stoll hat von unserem Weg schon gehört. Zu dem konkreten Verlauf des Weges weiß sie wenig.

Ich suche mir das Hotel “Fischerzunft”, das direkt am Rheinquai liegt, als mein Quartier aus (CHF 210).

Am nächsten Morgen wandere ich rechtsrheinisch nach Stein am Rhein (16 km). Hier hat der Rhein seinen Auslauf aus dem Bodensee. Mein Weg wechselt mehrfach zwischen Schweiz und Deutschland.

Der herrliche Weg beschert mir ein tolles Schauspiel. An einem Bauernhof beobachte ich, wie drei Männer den Kühen eine Rindermaniküre verabreichen. Das Tier steht in einen Geländer und mit einer Fräse werden die Hufen auf Vordermann gebracht und gereinigt.

Im schönen Städtchen und bei herrlichem Wetter verbringen ich ein paar Stunden, bevor ich mich auf der anderen Rheinseite gegenüber der Burg Hohenklingen auf den 10 km langen Rückweg nach Schaffhausen begebe.