(Bericht von Hans Jürgen Ruhland)

Neckarweg: Horb - Villingen Schwenningen, März 2012, 3,0 Tage, 70 km

Bei guter Markierung geht es am 5. März 20 km weiter nach Sulz am Neckar. Hin und wieder begegnet uns der Neckar Baar Jakobus Weg, der Richtung Rottweil, Blumberg und Schaffhausen führt. Mithin unsere grobe Richtung. In Dettingen kreuzt sich dieser Weg mit dem Kinzigtäler Jakobusweg.

Vor Sulz am Neckar geht es über charmante Wege, die etwa Namen wir "Liebeswegle" tragen. Der Weg wurde benutzt um Heiratsversprechen abzugeben und mündet konsequenter Weise in den "Verlobungsweg"

Schild Verlobungsweg

Sulz ist stolz auf seinen Orientmaler Gustav Bauernfeind, der in Jerusalem starb.

Ich übernachte im Gasthof Lamm (€ 44) in Sulz.

Am nächsten Tag geht es 24 km weiter über Oberndorf mit seinem Augustiner Kloster und Klosterkirche nach Inhausen und Rottweil.
Zunächst steil aufwärts zur Ruine Albeck und später vorbei an beeindruckenden Mammutbäumen. Bei herrlichem Wetter ist es gleichwohl ziemlich frisch

Nach dem wir die Neckarburg (Bild) hinter uns gelassen haben, begleiten und Schiene und Fluss.

Gegen Nachmittag erreiche ich die ehemalige Pulverfabrik Rottweil. Das Gelände, dass sich in Konversion befindet, besitzt eine hochinteressante industrielle Geschichte, die auf einem Industriepfad im Gewerbepark Neckartal erläutert wird.

Der Unternehmer Duttenhofer begann hier  an der Fuchslochmühle 1887 nach der Schienenanbindung Rottweils (1868) mit der Produktion von Schießpulver. Sehenswert ist das Jugenstil E-Werk

Bis in die 60 Jahre wurde hier auch Viskose (Marke Rhodia) erzeugt. Heute wird versucht die zahlreichen Gebäude einer anderen Nutzung zu zuführen.

Wenige Kilometer später erreiche ich die Basilika des Heilig Kreuz Münsters. Dort kann sich der Jakobuspilger seinen Stempel für seinen Pilgerpass abholen. Natürlich: hier kreuzen sich 4 Jakobuswegelinien.

Rottweil ist stolz auf die Aussage die "älteste Stadt Baden Württemberg" zu sein und natürlich auf sein Fassnacht.

Ich übernachte im histrorischen  "Haus zum Sternen" (€ 52) und esse im ebenso historischen "Goldenen Rad".

Die nächste Etappe führt in 26 km nach Villingen-Schwenningen ( 180 000 Einwohner). Der Neckar ist hier ein schmales Flüsschen, das zu diesem Zeitpunkt noch mit Schnee gesäumt

Im ehemaligen Landesgartenschaugelände liegt die Uhrenstr., die an die Uhrentradition ("Einst Weltstatt der Uhren") der Region erinnert. Hier findet sich die Information über die Neckarquelle. Nicht etwa im Villinger Moos entspringe der Fluss sondern just dort, wo die Gartenschau die Quelle verortet

Durch das Schwenninger Moos hindurch geht es zum 11 km entfernten Schwenningen. Wir haben jetzt den Ostweg aufgenommen, der von Pforzheim nach Schaffhausen führt (Schwarz rote Raute). Ich begegne dem Zollhaus, mit dem die Badener Schwenninger seit 1736 die Warenströme die Württemberger besteuerten.

Neben dem Verlauf einer alten Römerstraße wird auf dem Weg auch deutlich, dass hier schon in der Hallstattzeit (etwa 1000 Jahre vor unserer Zeitrechnung) gesiedelt wurde.

Wenig später komme ich am "Hölzlekönig" vorbei. Hier stand bis 1940 die größte deutsche Weißtanne mit einem Umfang von 6 und einer Höhe von 50 Metern.

Vorbei am Aussichtsturm von 1888 geht es zum Münster "Unserer lieben Frau" aus dem 12. bzw. 13.  Jahrhundert (spätromanischer Bau).

Ich übernachte im Hotel "Rindermühle" (Romantikhotel). Sie liegt im ehemaligen Kurviertel und ist einen Besuch allemal wert.