Ende des 17. Jahrhunderts flohen viele tausende Hugenotten aus Frankreich und einige Jahre später auch Waldenser aus den Alpentälern des Piemonts, weil sie aufgrund ihres protestantischen Glaubens vom Staat verfolgt wurden. Sie gelangten auf verschiedenen Fluchtwegen, darunter auch über die Schweiz, in die deutschen Fürstentümer, die ihnen Schutz, ein neues Zuhause und die Erlaubnis zur Ausübung ihrer Religion gaben.

Oberderdingen Waldenserhaeusle2 klein
Waldenserhäusle in Neuhengstett                    Arnaud-Brunnen mit Osterschmuck

Eine Partnerschaft von Regionen und Kulturvereinen in Deutschland, Frankreich, Italien und der Schweiz arbeitet seit einigen Jahren an der Schaffung eines neuen europäischen Kulturfernwanderwegs auf den Spuren dieser Glaubensflüchtlinge. Der 1.800 km lange Weg führt von der südfranzösischen Dauphiné sowie von Turin (Italien) bis Bad Karlshafen in Nordhessen. Er berührt traumhafte Landschaften in den französischen Alpen, im Schweizer Jura und im Schweizer Mittelland, zieht am Ostrand des Schwarzwalds entlang, durch die sanften Landschaften des Heckengäus und des Kraichgaus, durch den Odenwald, das Rhein-Main-Gebiet und den Taunus und kommt über das waldreiche mittel- und das nordhessische Bergland schließlich in die Hugenottenstadt Bad Karlshafen. Die Route folgt in Italien, Frankreich und der Schweiz historisch belegten Fluchtwegen, in Deutschland dagegen zieht sie längs vieler hugenottischer und waldensischer Ortsgründungen. Dabei wird deutlich, wie die Hugenotten und Waldenser sich eine neue Heimat aufbauten, welche Kulturanstöße sie gaben und welche Kulturidentitäten bis heute überdauert haben und entdeckt werden können. Schöne Landschaften und kulturhistorische Besonderheiten prägen also diesen Kulturfernwanderweg, der auf den meisten Abschnitten auch den Ansprüchen qualitätsvollen Wanderns entspricht (...)

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