Guten Tag,

Zwei Wochen bin ich nun zurück von meiner Wanderung auf der deutschen Teilstrecke des Hugenotten- und Waldenserpfads und gerne erzähle ich mit einigen Worten unsere Erlebnisse auf diesem Weitwanderweg.

Ich bin am 5. September 2018 in Zürich aufgebrochen, erreichte dann Schaffhausen mit dem großartigen Rheinfall. Ich habe 600 km in 16 Tagen erwandert, bin bis Darmstadt gekommen und werde dieses Abenteuer im nächsten Herbst fortsetzen. Das Wetter war ideal, kein einziger Regentag, viel Sonne und eine für Wanderer bestens geeignete Temperatur.

Zunächst muss ich die Schönheit dieses Wegs und die Qualität der Beschilderung hervorheben– trotz einiger Punkte, wo ich mich verirrt, aber dank GPS und Outdooractive wieder zurückgefunden habe. Diese Orientierungshilfen sind wirklich unerläßlich, wenn es keinen detaillierten Routenführer gibt!

Was mich überraschte, war die Länge der Etappen, das war wichtiger als ich vorausgeplant hatte. Da ich keine genaue Etappen-Vorausplanung gemacht hatte, waren meine täglichen Zielorte auch nicht sicher und ich konnte keine Buchungen für die Unterkunft vornehmen. Aber es fand sich immer eine Übernachtungsmöglichkeit und ich musste nicht einmal draussen schlafen.
Was ich anmerken darf zu diesem Weg, ist ein Bravo an die gute Organisation in Deutschland: keine Passagen auf Straßen, gute Infrastruktur, exzellente Wegqualität und mehr als ausreichende Wegmarkierung, wenngleich es ab und an nicht sehr leicht war, in der Vielzahl der Wanderwegeauszeichnungen das richtige Zeichen zu finden….

Ich habe es sehr geschätzt, auf weiten Strecken durch Wälder zu laufen und habe liebliche Täler durchquert, ganz besonders im Schwarzwald. Für mich, der ich Deutschland nur sehr wenig kenne und schon gar nicht diese Region, waren die Schönheit der Natur und auch die Stadt- und Dorfbilder mit ihrem Charme eine wahre Beglückung. Es ist dazu ein Weg der Einsamkeit; nicht einen einzigen Wanderer traf ich in diesen zwei Wochen auf meinem Weg, lediglich einige Spaziergänger oder Jogger – es war sehr still für mich, der die deutsche Sprache nicht spricht!

Ich habe dennoch einige schöne Bekanntschaften gemacht und die Hilfe von Passanten geschätzt, ohne die ich vielleicht verloren gewesen wäre. Aber ich bewahre besonders eine bewegende Erinnerung von einigen Personen in mir, die mir geholfen haben: manche haben mich im Auto mitgenommen, um mich zu einer Unterkunft zu bringen, manche haben für mich telefoniert, um mir eine Unterkunft zu besorgen. Und insbesondere denke ich an diese Familie, die mich in ihrem Haus aufnahm, mich zum Abendessen einlud und mir – weit von jeder anderen Möglichkeit entfernt – ein Bett zum Schlafen gab.

Zusammenfassend möchte ich sagen, dass dieser schöne Weg –an meine 200.000 Landsleute zurückdenkend, die 1685 ihr Land verlassen haben sowie an alle heute im Exil Lebenden - viel bekannter sein müsste und dass es mehr Einfach-Übernachtungen im Stil von Wanderherbergen zu einem moderaten Preis geben müsste!

Herzlichen Dank für Ihre Aufgeschlossenheit und Ihre Bereitschaft, Wanderkandidaten wie mich zu unterstützen!

Herzliche Grüße
Dominique Rousset (Frankreich)
November 2018
(Übersetzung: Renate Buchenauer)

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