Lux lucet in tenebris - Das Licht leuchtet in der Finsternis

vom 25.   -   30. Juni 2013

Durch den Odenwald auf den Spuren der Waldenser war das Thema der diesjährigen Pilgerreise. Mit dem Pilgersegen und dem Lied „Vertraut den neuen Wegen“ hieß es auf Natur umschalten und geschichtsträchtige Wege zu gehen.

Die abwechslungsreiche und zum Teil anspruchsvolle Strecke des Waldenser Pilgerwegs führt meist auf sanften Anstiegen durch lichten Buchenwald, vorbei an wunderschönen Streuobstwiesen mit tollem Ausblicken. Miteinander laufen und dabei der eigenen Seele Raum geben war das Motto dieser Pilgerwanderung. Leider spielte das Wetter nicht immer mit, denn es regnete ab und zu bei nicht gerade warmen Temperaturen. An besonderen Wegstationen gab es Haltepunkte mit Worten der Besinnung, die Wahrnehmung der Natur oder es wurde auch eine Wegstrecke schweigend gegangen.

Für jede Anstrengung und jede Unannehmlichkeit wurden wir allerdings bei der Pilgerwanderung um ein Vielfaches entschädigt. Die Wirte der Odenwälder Gasthäuser verwöhnten uns mit guten Speisen. Wie zum Beispiel in der Gaststätte „Brauerei Schmucker. Nicht nur die Tagestouren mit ihren Sehenswürdigkeiten, Erlebnissen und Besonderheiten waren abendlich die Themen der Pilgerwanderung, sondern auch die humorvollen und Pointenreichen Dialoge zwischen Pfarrer Manfred Senft und Horst Peter Jäger, die musikalischen Darbietungen von Norbert Keim in den Kirchen und beim gemütlichen abendlichen Beisammensein, die besonderen Begegnungen von Heinz Voltz mit dem Service–Personal, die spezielle Schuhwerkausstattung von Frau Dr. Siebenschuh die sich trotz aller Bedenken der Mitpilger, auf allen Wegstrecken bewährt hat.

Ein von Pfarrer Senft vorbereitetes Pilgerbuch war unser Wegbegleiter. Das Morgengebet und das Abendgebet wurde gemeinsam gesprochen und die Lieder „Auf Seele, Gott zu loben“ und „Der Mond ist aufgegangen“ wurden in freier Natur gesungen. Wer wollte, konnte zum Tagesabschluss über seine Eindrücke, Begebenheiten, Wünsche, etc. berichten.

Die Pilgerroute:

1. Etappe am 25. Juni von Messel nach Ober Ramstadt (17,6 km; Abmarsch 09.30 Uhr-Ankunft 15.00 Uhr)  Wetter: kühl, bewölkt, zeitweise Regen

Aufbrechen: Am 1. Tag wurden die Pilger von der Christuskirche  per PKW zum Bahnhof Messel gebracht. Von dort startete die Gruppe ihre Pilgerwanderung,    vorbei an der Grube Messel, durchqueren wir die süd-östlichen Ausläufer Darmstadts durch die idyllischen, ehemaligen Jagdwälder der Darmstädter Landgrafen. An der geschichtsträchtigen Menhiranlage (alte Grabsteine) machte die Gruppe Halt, danach ging es an Roßdorf und am Ludwigsteich vorbei in die Stadt der Farben, nach Ober-Ramstadt, unser erstes Quartier wurde bezogen. Rolf Weidermann hat uns auf dieser Etappe geführt, interessante Beschreibungen der Landschaft gegeben und uns auf Sehenswürdigkeiten hingewiesen.

Unterkunft: Hotel Hessischer Hof in Ober-Ramstadt

2.Etappe am 26. Juni von Ober Ramstadt zur Neunkirchner Höhe (16,6 km; Abmarsch 09.00 Uhr-Ankunft 15.00 Uhr)   Wetter: kühl, aber trocken, teilweise kalter Wind

Gott mit uns: Am 2.Tag wanderten wir zu dem interessanten Waldenserdorf Rohrbach. Ein Besuch im Waldenser-Museum  und der Kirche bot sich an und ein „Echter Waldenser“ Bürger führte uns durch das Museum und  berichtete von der bewegten Vergangenheit der Kolonie und vom Leben im nördlichen Odenwald bis zum heutigen Tag. Nach dem Besuch der Kirche ging es hoch hinauf: Zur Neunkirchner Höhe, mit 605 Metern einer der höchsten Berge des Odenwaldes. (Vom Kaiserturm sieht man bei gutem Wetter das Panorama der Rheinebene bis nach Frankfurt). Nach einem langen Tag und steilem Aufstieg war der Empfang in der Unterkunft und die Betreuung durch die Wirtin ein besonderes Erlebnis.

Unterkunft:  Hotel Höhenhaus, Neunkirchner Höhe

3.Etappe am 27. Juni von der Neunkirchner Höhe in das Mossautal (22,5 km; Abmarsch 09.30 Uhr-Ankunft 17.00 Uhr)   Wetter: kalt, trüb mit viel Regen

Lebendigkeit: Am 3.Tag geht es lange Strecken durch den Wald an der Ruine Burg Rodenstein und Reichelsheim vorbei, nachdem wir zuvor die schöne Kirche gegenüber unserer Unterkunft besucht hatten. Es regnete ab dem Abmarsch. Von der Neunkirchner Höhe ging es hoch zum Schloss Reichenberg. Hier legten wir eine längere Pause ein und besuchten die kleine gotische  Michaelskapelle des Schlosses. Mit Gitarrenbegleitung von Norbert Keim wurden in diese Kirche Lieder gesungen. Danach durchqueren wir bei Beerfurth das Tal der Gersprenz und dann ging es bei strömenden Regen weiter in das Mossautal zum nächsten Quartier.

Unterkunft: Hotel der Brauerei Schmucker, Mossautal

4.Etappe am 28. Juni vom Mossautal zur Kordelshütte (30/19 km; Abmarsch 09.00 Uhr-Ankunft 17.15/16.00 Uhr)  Wetter: sonnig, trocken, kühler Wind

Wegweisung: Am 4.Tag geht es vorbei am Marbach-Stausee, dabei genießen wir die idyllische Aussichten von den umgebenden Bergen. Ein ständiges Auf und Ab auf zum Teil steilen, schweißtreibenden Pfaden, für einige eine Herausforderung, ging es Richtung Beerfelden. Dort wurde eine kurze Pause mit Konditionsprüfung eingelegt. 4 Pilger entschieden, von Beerfelden mit dem Taxi zur nächsten Unterkunft zu fahren. Zuvor wurde in einem Café in Beerfelden ein gutes Stück Kuchen verspeist. 5 Pilger marschierten weiter  zum ehemaligen Höhenkurort Rothenberg Ortsteil Kordelshütte. Das Quartier lag in einer herrlichen Lage (Sonnenterasse) und  die Gastgeber verwöhnten uns mit einem hervorragenden Abend-Menü.

Unterkunft: Hotel zum weißen Lamm, Kortelshütte

5.Etappe am 29. Juni von der Kordelshütte nach Neckarsteinach (25 km; Abmarsch 09.30-Ankunft 18.00 Uhr)   Wetter: bis 13.00 Uhr Regen, ab 14.00 Uhr sonnig und trocken

Unterwegs sein: Am 5.Tag ging es bei Regen weiter, und die Pilger gelangten  über die Hirschhorner Höhe, zu der Burg Hirschhorn mit Blick über die Stadt und das Neckartal. Nachdem Hirschhorn durchquert war, war ein langer Aufstieg in  die hohen Berge des südlichen Odenwaldes  angesagt. Dann, mitten im Wald im steilen Anstieg, ein besonderes Erlebnis. Uns kam eine große Schafsherde im Trab entgegen. Ein Hirte folgte etwas später den Schafen mit einem kleinen Hund und mit einem Hirten/Schäferstab.

Duplizität? Die Losung dieses Tages war „Der Herr ist mein Hirte“ (Psalm 23, 1-4).

Wir wanderten weiter entlang des Flüsschens Steinach zur Waldenser-Stadt Schönau mit den interessanten Waldenser-Häusern. Ein sehr schönes und ergreifendes Erlebnis war das gemeinsame Abendmahl in der evangelischen Kirche in Schönau, einem ehemaligen Kloster. Besinnung, Stille und innere Ruhe erfasste uns Pilger. Als wir aus der Kirche heraustraten wurden wir mit herrlichem Wetter und wärmender Sonne belohnt. Von dort ging es nach Neckarsteinach mit seiner malerischen Altstadt. Alle Pilger machten in der Sonne und in einem Café Rast. Die letzten 2 km dieser Pilgerwanderung führten am Neckar entlang bis zum Quartier,  das sich etwas außerhalb der Stadt unmittelbar am Fluss in herrlicher Lage befand.

Unterkunft: Hotel Vierburgeneck, Neckarsteinach

6.Etappe am 30. Juni von Neckarsteinach nach Dietzenbach

Ankommen: Am 6 Tag wurde die Heimreise, nach einem üppigen Frühstück  angetreten. Nach einem kurzen 2,5 km langen Fußweg fuhr die Gruppe von Neckarsteinach per  S-Bahn und von Heidelberg mit einem Regionalexpress nach Frankfurt. Von dort per S-Bahn in unsere Heimatgemeinde nach Dietzenbach.

Streckenprofil

Wanderstrecke:                    110,6 Km       Dauer:                                   36 Stunden
Niedrigster Punkt:                115 Meter      Höchster Punkt:                    598 Meter

Dietzenbach, 09. Juli 2013

Norbert Keim                     Horst Peter Jäger                                   Wolfgang Knecht