Besonders in Hessen waren große Einwanderungsströme von Franzosen, Niederländern, Flamen und Wallonen zu verzeichnen, die ein prägendes Entwicklungsmoment darstellten.

Nach Hanau kamen nach Verhandlungen mit Graf Philipp Ludwig II von Hanau- Münzenberg, die in dem Abschluss der sogenannten Capitulation am 1.Juni 1597 endeten, vor allem Familien aus Metz und Umgebung. Gegen die Zusicherung der freien Religionsausübung verpflichteten sich die Flüchtlinge, in Hanau wirtschaftlich tätig zu werden. Sie entfalteten bald eine rege Bautätigkeit und gründeten die Hanauer Neustadt. Die Stadt wurde als Planstadt der Renaissance auf dem Reißbrett entworfen, damals ein Novum im Städtebau und Vorbild weitere Stadtplanungen wie in etwa Mannheim oder Neu- Isenburg. In der Hanauer Neustadt fasste nicht nur das Schmuckgewerbe Fuß, auch Tuchmacher, Weber und Seidenweber sowie Hutmacher eröffneten Werkstätten und Manufakturen. Mit dem Zuzug der Wallonen und Niederländer begann der Aufstieg Hanaus zu einem wichtigen Wirtschaftsstandort.

Im Schloss Philippsruhe ist das Erbe der Glaubensflüchtlinge aus den Niederlanden und Wallonien erhalten geblieben. Der Sammlungsschwerpunkt des Historischen Museums liegt auf der Hanauer Kunst und dem Kunsthandwerk des 17. bis 20. Jahrhunderts und behandelt weiterhin die Stadtgeschichte mit den in Hanau geborenen Brüdern Grimm sowie dem Komponisten Paul Hindemith. Sammlungsbestände des Museums erinnern auch an die Handwerker der Posamentierer, Fayencen und Seidenhändler, die maßgeblich am Bau und der Innengestaltung des Schlosses beteiligt waren.

Kontakt

Historisches Museum Schloss Philippsruhe

Philippsruher Allee 45

63454 Hanau- Kesselstadt

Tel.:06181/ 295564

Öffnungszeiten:

Dienstag – Sonntag: 11.00- 18.00Uhr

Eintritt:

Erwachsene: 2,50€/ ermäßigt 1,50€

Gruppen ab 10 Personen: 1,00€

Familien: 5,00 € (2 Erw.+Kinder)