10 Jahre Verschwisterung auf kommunaler Ebene - das war für den Waldenserverein Waldensberg e. V. mit ein Grund, in diesem Jahr wieder eine Reise in unsere Partnergemeinde Bobbio-Pellice in Italien, ca. 60 km westlich von Turin gelegen, zu unternehmen.

Seit längerer Zeit von unserer 1. Vorsitzenden Corinna Bopp und den übrigen Vorstandmitgliedern geplant und vorbereitet, setzte sich unser Bus am frühen Samstagmorgen, dem 23.07.2016, auf die Minute pünktlich um 3.00 Uhr mit 34 Mitreisenden Richtung Italien in Bewegung.

Nach gut 12 Stunden problemloser Fahrt erreichten wir unser Ziel und wurden vor dem Rathaus in Bobbio-Pellice von unseren Freunden auf das herzlichste begrüßt.
Auch diejenigen, die zum ersten Mal dabei waren, fühlten sich voll integriert und rund um die aufgebaute "Kaffeetafel" fanden trotz mancher Sprachschwierigkeiten die ersten Unterhaltungen statt.

Allzu lange durften wir nicht verweilen, mussten doch unsere Zimmer im Gästehaus Forterocca bezogen und die erforderlichen Formalitäten erledigt werden.

Gegen 19.00 Uhr waren wir zu einem kleinen gemeinsamen Abendessen im Gemeindesaal eingeladen.

Am nächsten Tag, dem Sonntag, war kein "Ausruhen" angesagt. Auf dem "Colle della Croce" einem Berg von 2.301 m Höhe, auf dem die Grenze zwischen Italien und Frankreich verläuft, fand an diesem Sonntag, wie in jedem Jahr an diesem Wochenende ein gemeinsamer Gottesdienst von Waldensern aus Frankreich und Italien statt. Die Teilnehmer aus unserer Gruppe wurden von unseren italienischen Freunden mit Geländewagen über eine steinige und enge Straße auf die Hochebene von Pra (1742 m) gebracht und mussten von dort die restlichen knapp 560 Höhenmeter zu Fuß bewältigen. Diese Veranstaltung war ein Höhepunkt unserer Reise und alle waren bei herrlichstem Wetter ganz begeistert. Der Rückweg wurde auch zuerst per Fuß, dann wieder mit Autos angetreten, einige schafften es sogar, den gesamten Weg bis nach Bobbio-Pellice, immerhin 1560 Höhenmeter, abzusteigen. Eine tolle Leistung!

Da nicht alle Interesse an dieser Wanderung hatten, war alternativ ein Ausflug nach Turin, mit ca. 900.000 Einwohnern die viertgrößte Stadt Italiens, geplant.

Per Bus und Bahn begab sich eine kleinere Gruppe in die Hauptstadt von Piemont.

Begleitet wurden wir von Marinella, einer Turinerin, die eine Zweitwohnung in Bobbio hat und die Sommermonate dort verbringt. Per Bus und zu Fuß konnten wir in der Kürze der Zeit nur einen ersten Eindruck dieser schönen Stadt gewinnen. Höhepunkt war die Fahrt in einem gläsernen Aufzug auf die Aussichtsplattform der "Mole Antonelliana" von wo aus man einen herrlichen Blick über die Stadt bis zu den Alpen genießen kann. In diesem Gebäude ist zudem das Nationale Filmkunstmuseum, das aufgrund seiner umfangreichen Sammlungen zu den bedeutendsten Museen der Welt zählt, untergebracht. Nach einem Bummel über die Via Garibaldi, eine sehr schöne Einkaufsstraße, mussten wir uns leider schon wieder auf den Heimweg begeben.

Am Abend trafen wir uns im Restaurant "I Cacciatori", wo uns ein opulentes, köstliches 9 - Gänge Menü mit reichlich Vino bianco, Vino rosso und Aqua mit und ohne Gas, serviert wurde.

Nach dem Frühstück am Montag stand zunächst die Fahrt in das Angrognatal auf dem Programm. Die Besichtigung der historischen Waldenserstätten wie Chanforan (Tagungsort der Synode von 1932, an der sich die Waldenser-Bewegung an die Reformation anschloss), Ghieisa d´la Tana (Höhlenkirche, Zufluchtsort und Versteck, diente als Gottesdienststätte für die verfolgten Waldenser), Museum der Frau, Beckwith-Schule und Barbenschule (Ausbildungsstätte der Pastoren) ist einfach "Pflicht" für jede Gruppe, mit der wir in die Täler reisen.
Auf dem Rückweg machten wir Halt in Torre-Pellice, wo uns Pfarrer Plescan zunächst in den Synodensaal führte und nach einem kleinen Stadtbummel und einer Kaffeepause auch durch das Waldensermuseum. Nach der Rückkehr nach Bobbio begleiteten einige Unermüdliche Pfarrer Plescan auf einer kurzen Wanderung zum "Sibaud" , einem Monument, das 1889 zur Feier des 200 jährigen Jubiläums der „Glorreichen Rückkehr" der Waldenser, auf einer Wiese oberhalb von Bobbio-Pellice errichtet wurde.

Am Abend fand im Gemeindesaal an der Kirche ein gemeinsames Abendessen statt, an dem auch unser Bürgermeister Andreas Weiher und seine Gattin Astrid teilnahmen, die am Nachmittag in Bobbio Pellice eingetroffen waren.

Für den Dienstag, 26.07.2016 war die Fahrt nach Saluzzo angesagt. Begleitet wurden wir auch hier vom Bürgermeister nebst Gattin sowie Pfarrer Plescan, der uns fast täglich als unermüdlicher Helfer zu Seite stand. Bei einer Stadtführung konnten wir die bedeutsamsten Sehenswürdigkeiten kennen lernen. Saluzzo ist eine wunderschöne mittelalterliche Stadt. Obwohl diese nur ca. 17.000 Einwohner hat, findet man unter den Arkaden viele sehr niveauvolle Geschäfte und Läden und auf den Plätzen "pulsiert das Leben". Nach einem gemeinsamen Mittagessen mit 4-Gänge-Menü in der Trattoria "Antica trattoria dei due cavalli" ging es weiter zu einer Weinprobe in der Nähe, wo einige gute Tropfen verkostet wurden und auch etliche Kisten mit Wein die Heimreise mit antraten.

Um 19.00 Uhr fand im Gemeindesaal eine offizielle kleine Feier anlässlich 10 Jahre Kommunale Partnerschaft Bobbio-Pellice - Waldensberg statt. Ansprachen wurden gehalten von der Bürgermeisterin von Bobbio, Patrizia Geymonat, von unserem Bürgermeister Andreas Weiher, unserer ersten Vorsitzenden Corina Bopp dem jetzigen Pfarrer Gregorio Plescan, dem früheren Pfarrer Donato Mazarella, Grußworte wurden verlesen von Pfarrer Haag, der krankheitsbedingt leider nicht dabei sein konnte, sowie vom Ortsvorsteher Waldensbergs, Lars Kauer. Auch Geschenke wurden verteilt. Wir vom Waldenserverein hatten uns dieses Mal dafür entschieden, nicht wieder ein Bild oder ähnliches mitzubringen sondern etwa nützliches zu schenken und kamen so auf die Idee, einen Servierwagen für die diversen Feierlichkeiten der Bobbiesen zu schenken.
Dies fand bei unseren italienischen Freunden auch guten Anklang.

Auch freuten sich unsere Freunde über kleine Geschenke für die Kinder in der Grundschule und im Kindergarten, die allerdings erst im September überreicht werden können, da zur Zeit auch in Italien Ferien sind.
Anschließend folgten wir einer Einladung unserer Partnergemeinde zu einem gemeinsamen Essen in der Pizzeria von Bobbio-Pellice, wo wir verschiedene, köstliche Pizzen verzehrten.

Leider hieß es am nächsten Morgen schon wieder Abschied nehmen. Vor dem Rathaus hatten sich wieder viele Freunde und Bekannte zu Verabschiedung eingefunden. Wir hoffen und freuen uns auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr in Waldensberg.

Wir haben wieder so viel Gastfreundschaft, Herzlichkeit und auch Hilfe bei der Organisation unserer Tour erfahren dürfen, dass wir uns dann schon sehr anstrengen müssen.

Wir werden noch lange in dankbarer Erinnerung an diese schönen Tage zurückblicken.

Nach einer dieses Mal etwas längeren Busfahrt kamen wir gegen 23.15 Uhr am Mittwoch Abend wieder wohlbehalten in Waldensberg an. Ein herzliches Dankeschön gilt auch unseren tollen Busfahrern Werner Schmidt und Ritchie ..., die auch den heikelsten Situationen auf engen Bergstraßen gewachsen waren und uns wieder sicher nach Hause gebracht haben.

Reisebericht von Egon Müller (2. Vorsitzender Waldenserverein Waldensberg e.V.)

  • 01_Gruppe
  • 02_Wanderung_Colle-della-Croce
  • 03_Denkmal-Sibaud_mit-Bobbio-Pellice
  • 04_10-jaehrige_Feier

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