Wohratal/ Hertingshausen

In Hertingshausen, dem kleinsten Ortsteil der Gemeinde Wohratal, leben etwas über 200 Einwohner.
Die Ortsgeschichte ist seit 1694 von hugenottischer Tradition beeinflusst. Damals war Hertingshausen ein mittelalterlicher, inzwischen wüst gewordener Siedlungsplatz, der von der landgräflichen Verwaltung in Rauschenberg als möglicher Standort einer hugenottischen Ansiedlung vorgeschlagen wurde.

Haus Isaac Bouxin SchwabendorfAus einer noch im Staatsarchiv Marburg aufbewahrten Kartenskizze aus dem den Jahr 1695, die vom Schwabendorfer Pfarrer Daniel Martin angefertigt wurde, geht zweifelsohne hervor, dass die eigentlichen Gründer von Hertingshausen die Männer Isaak Boucsein (Isaac Bouxin) und Pierre Foignard waren, die mit ihren Schwiegereltern Andre Canel und Peyronne Marsi Hertingshausen neu gründeten. Ein drittes Haus ist auf dieser Skizze eingezeichnet, wo als Besitzer Jean Martin (der Sohn des Daniel Martin) angegeben ist. Da Jean Martin zu dieser Zeit erst 14 Jahre alt war und nachweislich in Marburg studierte, kann er nicht als Ortsgründer angesehen werden. Haus des Isaac Boucsein im Jahr 1958. Rechts davor steht die kleine Birgit Minke, heute BrückNur deren Häuser waren in der erwähnten Kartenskizze eingezeichnet. In der Gründungszeit ist auch ein Charles Moru in Hertingshausen angegeben, der gegen Ende 1694 nach Hertingshausen zog.
Bis heute erinnern viele Stätten an das hugenottische Erbe des Ortes.

Bild links: Haus Isaac Bouxin Schwabendorf,
Bild rechts: Haus Isaac Badouin in Hertingshausen, 1958

Hugenottenstrasse 16:

Die Kirche in Hertingshausen wurde, nachdem die erste Fachwerkkirche baufällig geworden war, auf Initiative hugenottischer Ortsbewohner erbaut und1841 fertig gestellt. Bis 1841 wurden die Gottesdienste überwiegend in französischer Sprache abgehalten.

In der Nachbarschaft der Kirche befand sich das Gründerhaus Foignard, das in den 1950er Jahren abgerissen wurde. Das alte Haus der Gründerfamilie Boucsein wurde ebenfalls Mitte der 1950er Jahre abgerissen. Das heutige Haus wurde genau auf dem Standort des Gründerhauses erbaut.

Kirche in Hertingshausen

Lehnhäuserweg - Kreuzungsbereich Lehnhäuserweg/ Hugenottenstrasse:

Auf dem Friedhof befinden sich neben zahlreichen hugenottischen Familiengräbern zwei Gedenksteine. Der linke erinnert mit dem Hugenottenkreuz und den Jahreszahlen 1694 und 1994 an das Gründerjahr 1694 und an das 300-jährige Jubiläum der Hugenottenkolonie Hertingshausen.

Der rechte Gedenkstein stammt aus dem Jahr 1998. Auf ihm sind die Namen der hugenottischen Gründerfamilien Hertingshausens „Boucsein, Fougnard, Canel“ zu lesen.

Hugenottenstrasse 6:

Das Hugenottenmahnmal wurde 2001 von einer französischen Jugendgruppe hergestellt. Es beinhaltet die Ortswappen der Hugenottendörfer wie Schwabendorf, Todenhausen, Wiesenfeld, Louisendorf und Hertingshausen und soll der Geschichte der protestantischen Vorfahren gedenken.
Es befindet sich an der Stelle des ehemaligen Gründerhauses Isaak Boucseins aus dem Jahre 1695.

Hugenottenmahnmal Hertingshausen

Weitere Hugenotteninformationstafeln befinden sich am Gemeinschafts- und Feuerwehrgerätehaus, Am Zollstock 3, sowie an der Bushaltestelle in der Hugenottenstrasse 22.

 

Am 24.Februar 1987 fand die Gründungsversammlung des Heimatvereins der Hugenotten Hertingshausen e.V. statt.

Führungen auf Anfrage möglich.

Kontakt
Hugenotten- und Heimatverein
Hertingshausen e.V.
35288 Wohratal-Hertingshausen.
http://www.hugenotten-heimatverein-hertingshausen.de/
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Führungen
Nach telefonischer Absprache

 

Regelmäßige Veranstaltung
Kulturabend mit Vorträgen und Filmen zum Thema Hugenotten/Waldenser im Burgwald jeweils am ersten Wochenende im Oktober.

Versorgungsinfrastruktur vor Ort
In Hertingshausen selbst gibt es kein Angebot an Versorgungsmöglichkeiten, Geschäfte und Dienstleister befinden sich im Kernort Wohra und im Ortsteil Halsdorf.

Wanderkarten sind bei der Gemeindeverwaltung Wohratal, Halsdorferstr.56, Ortsteil Wohra, 35288 Wohratal (Tel.: 06453/ 64540) erhältlich.

Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr
Regionaler Nahverkehrsverband Marburg-Biedenkopf, Telefon 06421 405-1628, Homepage: www.rnv.marburg-biedenkopf.de oder über die Gemeindeverwaltung Wohratal, Telefon 06453 6454-0.

Gastronomie (z.T. mit regionaltypischen Angeboten)
Gaststätte Immel, Zum Bahnhof 1, Ortsteil Wohra, 35288 Wohratal. Telefon: 06453/6237

Zur Goldenen Aue, Hauptstrasse 8. Ortsteil Halsdorf, 35288 Wohratal. Telefon: 06425/ 1077

Fischers Kleine Kneipe, Hohe Strasse 1, Ortsteil Halsdorf, 35288 Wohratal. Telefon: 06425/ 428

 

Hotellerie/ Gästehäuser/ Ferienwohnungen
Gästezimmer Anneliese Schömann, Hauptstraße 20, Ortsteil Halsdorf, 35288 Wohratal, Telefon und Telefax 06425 6061

Waldhof, Möbus, Waldhof 1, Ortsteil Hertingshausen, 35288 Wohratal, Telefon 06453 1736, Telefax 06453 648738

Ferienwohnung Sigrid Heinze, Ribbachweg 8, Ortsteil Wohra, 35288 Wohratal, Telefon 06453 1794, Telefax 06453 6480324

Pferdehof Langendorf, Wanderreitstation, Flohweg 20, Ortsteil Langendorf, 35288 Wohratal, Telefon 06453 648436, Telefax 06453 648373,

Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Homepage: www.pferdehoflangendorf.de

Haus Blümchen, Wolfgang Kelling, Hugenottenstraße 23, Ortsteil Hertingshausen, 35288 Wohratal, Telefon 06453 645291,

Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!