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Das Exil der Waldenser: Eine Spurensuche 2017

Fünf junge Waldenser, alle aktive Mitglieder der waldensischen Kirche im Piemont, sind letzte Woche in Genf angekommen – nach einer 14 tägigen Wanderung auf dem Exilweg ihrer Vorfahren vom 21. Juli bis 2. August 2017. Der Weg von der Castiglia Saluzzo nach Genf hat eine Länge von 382 Kilometer, auf ihm sind 1687 etwa 3.000 Personen von Savoyen in die Schweiz gelangt, weil sie aufgrund ihres protestantischen Glaubens nicht in ihrer Heimat bleiben konnten. Ihrem Fortgang gingen Gefängnisaufenthalte und Arreststellungen voraus, bevor sie, eskortiert durch Truppen des Fürsten von Savoyen, nach Genf und weiter nach Deutschland gelangten.

Für die jungen Wanderer, alle in einem Alter um die 20 Jahre, war dies keine Pilgerfahrt, sondern ein Marsch auf historischen Spuren mit Ziel, Aufmerksamkeit für dieses unbekannte Geschichtsereignis zu wecken. Gastfreundschaft und Interesse der Kirchengemeinden, Kommunen und Bewohner entlang des Weges waren groß – und spiegelten die von Pierre Valdes begründeten originalen waldensischen Werte wider. Deren Prinzipien sind unverändert bestehen geblieben, auch wenn sie sich im Laufe der Jahrhunderte angepasst haben. So gilt nicht mehr das Ziel, in Armut zu leben, aber die Unterstützung der Armen und des Gemeinwesens insgesamt ist als Ziel geblieben.

An den einzelnen Haltepunkten haben sie jeweils ein kleines Theaterstück von 50 Minuten aufgeführt, dass von dem Weg der Vorfahren erzählt. Auf Facebook und auf dem evangelischen Radiosender Beckwith Evangelica wurde aktuell über die Geschehnisse auf der Wanderung berichtet.

In Genf wurden die Wanderer von der Stiftung VIA (Träger des Hugenotten- und Waldenserpfads in der Schweiz), dem Verein der Freunde des Internationalen Museums der Reformation und städtischen Vertretern empfangen.

Drei Tage bleiben die jungen Italiener in Genf und nutzten die Zeit, um ihr Theaterstück aufzuführen und mit Anderen über die Geschichte wie auch die aktuelle Thematik von Flucht und Exil zu reflektieren. Ihr Eindruck: Nichts hat sich in den letzten drei Jahrhunderten verändert, Migration ist auch heute ein wichtiges Thema.